01/01 poliflur      
   

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01/01

>Dokumentation

>Video-Interview.. von Torsten Bruch

01/01 - halbe documenta- .......................................................................>english--

eine Kunstausstellung im Gewächshaus

Einen Schlagballwurf entfernt vom ehemaligen Stasihauptquartier in Berlin- Lichtenberg in der Gotlindestraße 44 behauptet sich derzeit immer noch auf 600 m² ein erst 1998 erstelltes Gewächshaus gegen die Unbilden der Zeit.
Bis vor kurzem war hier noch das „Amt für Umwelt und Natur“ beheimatet. Jetzt soll mit Hilfe des Liegenschaftsfonds moderne Baukultur unter der Aegide neuer Investoren entstehen.
In diesem Gewächshaus findet im September und Oktober 2007 für die Zeit von 50 Tagen die Ausstellung 01/01 statt.
Dieses ist nicht nur ein typisches Berliner Zwischennutzungsmodell „bis die Bagger kommen“, sondern zu sehen als eine skulpturale Auseinandersetzung mit der speziellen Architektur und ferner der Bedeutung eines Gewächshauses als einer besonderen Form der „Kulturstätte“.
01/01 lädt in der Gotlindestraße KünstlerInnen ein, sich auf die Gegebenheiten einzulassen. Die Situation im Gewächshaus wird dabei durch den Einbau eines temporären, offenen Ausstellungsraums vorstrukturiert. Dieser in Leichtbauweise aus Porenbetonsteinen erstellte Raum wird eine Grundfläche von 5 x 5 m, vier weiße Wände mit einer Türöffnung und einer Wandhöhe von ca. 2,50 m haben.
Der im Gewächshaus für die Dauer der Ausstellung inszenierte zellenartige Ausstellungsraum führt dabei die Idee des klassischen Ausstellungsraums der Moderne fort und will ihn dabei erweitern. Die „weiße Zelle“ ist in der Interpretation der Ausstellungsmacher nicht abgekapselt von der "realen Welt", sondern pflanzt sich in vermeintlich alltägliche Kontexte ein.
Das Gewächshaus ist in diesem Falle nicht eine Produktionsstätte, es dient als Prototyp der Metapher einer Biosphäre. Der in dieser modellhaften (Biosphären-) Situation zu errichtende Raum unterscheidet sich vom Kanon der Moderne dadurch, dass er durch eine klar definierte Türöffnung stets den Blick von Innen nach Außen und umgekehrt frei hält und auch ein Hinein- und Herausgehen möglich macht. Das Fehlen der Raumdecke in der Zelle erweitert die Sicht und gestattet einen verschleierten Blick durch das transluzente Kunststoffmaterial der Gewächshauskonstruktion auf eine / unsere letztendlich aus Erfahrungen bestehende, nun aber jenseitige „reale Welt“.
Die weiße Zelle ist in diesem Gesamtwerk das Innerste, welches es zu betreten gilt. Die Rückkehr hieraus wird zur Reise durch ein metaphorisches „Selbst“.
Der Schritt vor das Haus wird schließlich zum cultural clash mit der nunmehr inkohärenten „realen Welt“.
Somit ist 01/01 nicht nur die Konzeption einer Ausstellungssituation, sondern versteht sich als Skulptur, die in der Entwicklung u.a. hergeleitet ist von der Arbeit „BRIX“ der Bildhauerin Anke Westermann (www.brixbrix.de). Anke Westermanns Arbeiten beschreiben Räume, besetzen Zwischenräume und reflektieren dabei häufig die Beziehung zwischen Kunstwerk und Betrachter. Viele Arbeiten beziehen die Zeit als vierte Dimension mit ein.


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Zwei weitere Schlagballwürfe entfernt, in der Allee der Kosmonauten 16, soll die Zukunft des Gewächshauses liegen. Hier entsteht der Landschaftspark Herzberge, der als landwirtschaftliche Umweltbildungsstätte betrieben werden soll. An diesem Standort soll wiederum eine „weiße Zelle“ im Gewächshaus errichtet werden um einer künstlerischen Auseinandersetzung in ähnlicher Weise zur Verfügung zu stehen.
Das Gewächshaus selbst wird dann gärtnerisch u.a. für die Produktion von seltenen Gemüsesorten benötigt. Dieses erfolgt im Rahmen einer umfassenderen Bildungsaufgabe und als Angebot für breite Bevölkerungsschichten. Das Haus kann also durch die von uns angestrebte Nutzung zu einem im mehrdeutigen Sinne Kulturhaus werden.
Noch ist allerdings die Finanzierung für den Umzug des Gewächshauses nicht gesichert.


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In der Fortsetzung ist eine Serie von „weißen Zellen“ geplant, die an unterschiedlichen Orten in Stadt und Land entstehen sollen. Hiermit bildet sich ein organisches und nur sehr begrenzt planbares Gebäude, das im Gegensatz zu herkömmlicher Architektur, die Gebäude aus Zimmern, Fluren, Decken usw. konstruiert, in seiner Gesamtheit und durch die räumliche Trennung der einzelnen Projektorte eine amorphe, offene Struktur entwickelt, die der Konvention räumlicher Zusammenhänge eine neue Perspektive geben will.

Ort: Gotlindestraße 44, Berlin-Lichtenberg
Ausstellungstermin: 9.9. - 28.10. 2007
Eröffnung: Samstag, 8.9.2007 ab 16h
Weitere Ausstellungseröffnungen am: 22.9./ 6.10./ 20.10./ ab 16.00h
Finissage: Samstag 27.10.2007 ab 16h-

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